Der Schützenverein

Als sich nach dem Ende des zweiten Weltkrieges die Verhältnisse wieder einigermaßen normalisierten ging man auch in Nieder Ochtenhausen daran die ehemals gepflegten Aktivitäten und Traditionen in den Vereinen wiederzubeleben, wobei dann der immer noch amtierende Kamaradschaftsführer Friedrich Mangels schließlich zu einer Gründungsversammlung für einen Schützenverein Nieder Ochtenhausen einläd.

Diese Gründungsversammlung findet am 20. August 1949 bei Gastwirt Buck statt, wo 68 Männer ihren Eintritt in den neuen Verein erklären. Und auf der ersten Generalversammlung am 12. Januar 1950 beschließt man am 28. Januar 1950 einen Schützenball zu feiern.

Bereits im April 1950 zählt man 106 Mitglieder und es wird beschlossen das Schützenfest auch weiterhin am zweiten Sonntag im Juli zu feiern, wobei dann im gleichen Jahr Peter Müller zum ersten Nachkriegskönig proklamiert wird. Auch beschließt man im November 1950 das alle über 70 Jahre alten Mitglieder zu Ehrenmitgliedern ernannt werden und Hinrich Burfeind wird als erster Ehrenschütze aus Anlaß des Wintervergnügens des Vereins abgeholt.

Am 19. April 1952 befaßt man sich erstmals mit dem Gedanken zu einem Vogelschießen, doch leider gibt es keine Aufzeichnungen darüber wie die Gardemitglieder bisher ermittelt wurden. Leidiglich ist bekannt das der Gardeleutnant aus Ihren Reihen gewählt wurde. Diese Regularien werden dann am 5. Mai 1954 auf einer gemeinsamen Sitzung von Garde und Vorstand festgelegt.

Und wieder ist es Friedrich Mangels, inzwischen Präsident genannt; der die Initiative ergreift und die umliegenden Schützenvereine zum 15. Mai 1955 zu einer Gründungsversammlung für den "Oste - Mehe - Ring" nach Nieder Ochtenhausen einläd.

Da die Fahne des Kriegervereins nicht mehr greifbar ist, beschließt man am 22. Oktober 1955 eine neue Fahne zu beschaffen die dann am 13. Mai 1956 mit einer Fahnenweihe eingeführt wird. Einem Artikel der Bremervörder Zeitung ist zu entnehmen, dass über 20 Abordnungen der verschiedensten Vereine teilnehmen und der noch recht junge Verein schon über 120 Mitglieder zählt.

Im Jahre 1957 verstirbt der langjährige Präsident Friedrich Mangels und man wählt Johann Knabbe zum neuen Präsidenten. Auch ab diesem Jahr wird der Verein als "Schützenverein Nieder Ochtenhausen und Umgegend e. V. im Vereinsregister geführt.

Auch der Schießstand selber hat in den vergangenen Jahren ständig sein Aussehen verändert und im Jahr 1960 beschließt man die ersten elektrische Scheiben einzuführen. 1965 dann wird der bisherige Vogelschießstand erweitert, wobei das Baumaterial von den Schützenbrüdern gestiftet wird. Am 15.April 1967 stimmt die Versammlung dem Bau einer Mehrzweckhalle zu, die auch dem Sportverein zurVerfügung stehen soll.

Auf der Versammlung am 25. Oktober 1969 wird Christian Wilkens zum neuen Präsidenten gewählt, der dann 1972 aus Anlaß des bevorstehenden 75 jährigen Vereinsjubiläums alle Frauen, Töchter und am Schießsport interessierte Damen zur Gründung einer Damenabteilung aufruft. Diese Gründungsversammlung findet dann am 21. April 1972 im Vereinlokal Klaus Buck statt wo 26 Damen Ihren Eintritt in die neugegründete Damenabteilung erklären.

Das oben genannte Jubiläum wird dann von 24. bis 26. August 1973 auf dem neu gestalteten Schießstand gefeiert, wo zum einen viele Abordnungen auswärtiger Vereine erscheinen und eine große Zahl von Ehrungen vorgenommen wird. Im Jahr 1974 besteht der Verein bereits aus 218 Mitgliedern und 51 Schützen werden mit der Ehrennadel für 25 jährige Mitgliedschaft ausgezeichnet. 1976 dann nehmen die Sportschützen zum ersten Mal an den Landesmeisterschaften teil und auf der Jahreshauptversammlung am 8. Januar 1977 stellt Christian Wilkens aus Gesundheitlichen Gründen das Amt des Präsidenten zur Verfügung. Zum neuen Präsidenten wird Bernhard Breuer gewählt.

Auf dem Schießstand mit neu fertiggestellten LG - Stand und Aufenthaltsraum wird vom 18. bis 27. April 1980 die erste Schießsportwoche durchgeführt und am 19. April 1980 das 25 jährige Jubiläum des Oste - Mehe - Ringes begangen.

Dann 1982 feiert die Damenabteilung ihr 10 jähriges bestehen und der Verein richtet das Oste - Mehe - Ring - Schießen aus. 1983 wird auf Anregung von Christoph Meyer versucht den Spielmannzug wieder neu zu beleben dessen Erfolg man bereits auf der Jahreshauptversammlung 1984 mit einer Darbietung bewundern kann.

In der Jahreshauptversammlung am 10. Januar 1987 stellt Präsident Bernhard Breuer sein Amt zur Verfügung aber erst am 9. Januar 1988 wird Ernst Stapel zum neuen Präsidenten gewählt.

Und immer wieder gibt es schöne schießsportliche Erfolge wie z. B. der Titel des Königs aller Könige den Wilfried Busch beim Niederelbischen Bezirksschießen erringt oder den Titel einer Stadtkönigin durch Elfriede Martins. Außerdem stellt 1990 der Verein alle vier Oste - Mehe - Ring - Majestäten.

1995 beginnen gemeinsam mit dem Sportverein die Planungen für den Neubau einer Mehrzweckhalle, dessen Rohbau 1996 abgeschlossen wird. Auch werden 1996 die Planungen für das 100 jährige Vereinsjubiläum 1997 voran getrieben.

Zunächst aber feiert die Damenabteilung am 12. und 13. April 1997 ihr 25jähriges Bestehen in der neu fertiggestellten Mehrzweckhalle. Als Jubiläumsgeschenk erringt Marion Busch am 12. April 1997 in Osterholz-Scharmbeck den Titel der Landeskönigin. Am 3. August 1997 feiert nun der Verein sein 100jähriges Jubiläum, dem bereits eine Festwoche mit zahlreichen Veranstaltungen vorangeht. Damit wird erneut ein Meilenstein in der Geschichte des Vereins gelegt.

Der Neubau der Mehrzweckhalle wird 1998 zu ende gebracht und mit einer großen Einweihungsparty gefeiert.

Am 09. Januar 1999 in der Jahreshauptversammlung vollzieht sich dann ein Generationswechsel, indem man Wilfried Busch zum neuen Präsidenten wählt. Zu seinem Stellvertreter wählt die Versammlung Hinrich Wilkens. Im gleichen Jahr findet dann auch schon die 20. Schießsportwoche statt.

Im Jahr 2002 zählt der Verein mit 348 Mitgliedern zu den Mitgliederstärksten Vereinen im Stadtgebiet Bremervörde. Diese Mitgliederzahl gliedert sich in 211 Mitgliedern der Schützenabteilung, 91 Mitgliedern der Damenabteilung und 46 Jungen und Mädchen der Jungschützenabteilung auf.

Im Jahr 2003 wurde der "blaue Salon" des Schützenvereins komplett abgerissen und neu wieder aufgebaut.