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Chronik des „Club Jung" Nieder Ochtenhausen
Die ersten Anfänge liegen schon sehr weit zurück und feste Daten sind nicht mehr zu ermitteln, doch aus mündlichen
Überlieferungen ist bekannt, dass bereits lange vor der Gründung des „Club Jung" die jungen Männer des Dorfes das
Maibaumpflanzen und das Neujahrwünschen durchführten. Um der Gemeinschaft der noch nicht verheirateten Männer einen festen
Rahmen zu geben, wurde dann im Jahre 1905 der „Club Jung Nieder Ochtenhausen" mit dem Ziel, die „Geselligkeit der jungen
Leute" durch „gemeinschaftliche Vergnügungen" zu fördern, gegründet.
Bei der Gründung wurde ein neun Paragraphen umfassendes Statut ausgearbeitet und dem Landrat des Kreises Bremervörde zwecks
Genehmigung zugesandt. Landrat Wiedenfeld unterschrieb diese Satzung am 27. November.
Mit dem Maibaumpflanzen und dem Neujahrwünschen hatte der Club nichts zu tun. Hierzu fanden sich diejenigen ein, die Lust
und Zeit hatten, aber es galt als Ehrensache mitzumachen, und außerdem war es eine der seltenen Gelegenheiten, wo es gratis
etwas zu trinken gab, und die ließ man natürlich nicht aus, denn das Geld war zu der Zeit sehr knapp. Das gesammelte
Maibaumgeld wurde oft noch in der gleichen Nacht in den Wirtshäusern an der Oste, Jens und Bardenhagen verzehrt, dabei
sonderten sich die älteren Knechte von den jüngeren ab, saßen die einen bei Claus Jens, so tranken die anderen bei „Andreas
Kröger" ihren „lütten Schluck." Da eine solche Birke den jungen Mädchen 50 Pfennig kostete und ein Glas Branntwein für
einen „halben Groschen" zu haben war, ist klar, dass das Pfingstbaumpflanzen auch früher viel Spaß gemacht hat.
Von der Gründung bis zum 1. Weltkrieg nahm der Club eine stetige Aufwärtsbewegung, die Zahl seiner Mitglieder stieg ständig,
und bald gehörten fast alle jungen Männer aus Nieder Ochtenhausen zum „Club Jung". Von 1914 bis 1918 ruhte das Vereinsleben,
viele Vereinsmitglieder mussten in den Krieg ziehen.
1919, als sich das Leben wieder halbwegs normalisiert hatte, fanden sich sogleich die jungen Männer aus Nieder Ochtenhausen
zusammen und bemühten sich, den „Club Jung" neu zu beleben. Jedes Jahr veranstaltete der Club einen großen Ball, zu dem
regelmäßig viele Gäste erschienen und auch die Jugend der umliegenden Ortschaften wurde dazu eingeladen.
Durch die Inflation in den Jahren um 1923 geriet der „Club Jung" erneut in eine Krise. Das Geld hatte plötzlich keinen Wert
mehr, und so konnten keine Veranstaltungen durchgeführt werden.
Aber auch diese schwere Zeit überstand der „Club Jung" unbeschadet. Die schriftlichen Unterlagen reichen bis zum Jahre 1930
zurück, seit dieser Zeit kennen wir daher das Club-Leben wesentlich besser. Um diese Zeit gab es nur die beiden Wirtshäuser,
die auch heute noch existieren. Die zweimal jährlich stattfindenden Versammlungen waren abwechselnd bei Quell oder bei Buck,
ebenso die Club-Bälle. Meistens war eine derartige Tanzveranstaltung für den Club ein finanzieller Erfolg, wie zum Beispiel
im Jahre 1932, als sogar zwei Bälle stattfanden.
Auf einer Versammlung im Jahre 1934 wurde beschlossen, dass Jugendliche, die das 16. Lebensjahr vollendet haben, Mitglied
des „Club Jung" werden können. Die neu aufgenommenen Mitglieder hatten auf den Versammlungen die Pflicht, den Korn
einzuschenken, und natürlich mussten sie dabei vortrinken. So kann man gut verstehen, dass sich heute viele ältere Leute mit
recht gemischten Gefühlen an ihre erste „Club Jung"-Versammlung erinnern, denn damals haben wohl viele zum ersten Mal in
ihrem Leben gespürt, wie man sich fühlt, wenn man zuviel getrunken hat.
Zu dieser Zeit durften keine Mädchen an den Versammlungen teilnehmen, nicht einmal als Zuschauer. Vielleicht ist dies ein
Grund dafür, dass die Versammlungen nicht gut besucht waren. Bei einer Generalversammlung am 6. Oktober 1934 waren von 49
Mitgliedern nur 22 anwesend.
Die Mitgliederzahl war kurz vor dem Krieg sehr hoch, aus einer Aufstellung aus dem Jahr 1937 geht hervor, dass dem Club 61
Mitglieder angehörten. Am Buß- und Bettag gab es regelmäßig ein gemütliches Beisammensein der „Club Jung-Mitglieder" mit den
Mädchen des Ortes. Aus Erzählungen ist bekannt, dass es früher auf den Versammlungen reichlich zu trinken gab, dies wurde
vom Club hauptsächlich durch die Verlobungsgelder finanziert. Die Verlobung kostete dem ausscheidenden Mitglied damals
immerhin schon 10 Mark, die in die Club-Kasse zu zahlen waren.
Das Pfingstbaumpflanzen nahm vor dem Krieg einen etwas anderen Verlauf. Da auch allen Dienstmädchen, die hier in Stellung
waren, eine Birke vor das Haus gepflanzt wurde, mussten häufig über 50 Pfingstbäume geschlagen und aufgestellt werden.
Deshalb wurden sie in manchen Jahren schon einen Tag vorher abgeholzt, so dass in der Nacht zum Sonntag nicht mehr so viel
Arbeit zu verrichten war. Das Pflanzen der Bäume war schon immer eine anstrengende Arbeit, bei der man einen gesunden
Appetit entwickelt, deshalb dachte man auch daran, möglichst viele Eier zu schnorren, um sie anschließend bei Gastwirt Buck
zu verspeisen.
Für den langen Weg durch das ganze Dorf brauchte man natürlich etwas zu trinken, es wurde eine Korbflasche mitgenommen, die
bis zum Rand mit „Köm" gefüllt war. Einem kräftigen jungen Mann wurde die Aufgabe übertragen, diese „Korbbuddel", mit einem
Strick um die Schulter gehängt, durch den Ort zu tragen. Es war sicher nicht einfach, mit dieser schweren Last das
Gleichgewicht zu halten, und so soll es mehrmals vorgekommen sein, dass jemand Übergewicht bekam und mit der vollen
Korbflasche in den Straßengraben fiel. Am Sonntagabend gab es abwechselnd bei Quell und Buck den Pfingstball mit dem Tanz
um den großen geschmückten Maibaum.
Im Jahre 1939 wurde das Vereinsleben durch den Ausbruch des zweiten Weltkrieges unterbrochen. Beinahe alle Mitglieder des
Clubs wurden eingezogen und viele ließen ihr Leben in dieser schrecklichen Zeit.
Nach dem Kriege wurde schon in den Jahren vor der Neugründung das Neujahrwünschen und Maibaumpflanzen durchgeführt. Dabei
wurde der Selbstgebrannte Schnaps getrunken, der den heutigen Qualitätsansprüchen wohl nicht genügt, damals aber, in
Ermangelung anderer „scharfer Sachen", recht gut schmeckte.
Diese traditionellen Bräuche wurden zu der Zeit schon nach den gleichen Regeln durchgeführt wie heute. Am 1. Januar begann
der Marsch durch den Ort, morgens gegen 9 Uhr bei Spreckels in Mühlheim, und zum Mittag wurde den jungen Männern Grünkohl
mit Speck serviert. Allerdings schaffte man es früher in jedem Haus des Dorfes ein frohes neues Jahr zu wünschen, dies
erreichen wir heute leider nicht mehr ganz.
Es dauerte dann zehn Jahre, bis die äußeren Verhältnisse ein Vereinsleben wieder zuließen. 1949, nach der Währungsreform
entschloss man sich in Erinnerung an die Vorkriegsjahre, die Tradition des „Club Jung" fortzusetzen. Die Jugend aus Nieder
Ochtenhausen wurde zu einer Versammlung eingeladen, um den Verein neu zu gründen. 30 Mitglieder folgten dieser Einladung und
wählten am 27. September Heinrich Jens zum Vorsitzenden. Ferner wurde auf dieser Versammlung beschlossen, im Oktober 1949
beim Gastwirt Johann Buck eine Neueinweihungsfeier durchzuführen.
In den Nachkriegsjahren wurde vom Club kein Ball mehr veranstaltet, aber es gab zusätzlich zu den Versammlungen alljährlich
kurz nach Pfingsten eine Feier gemeinsam mit den Mädchen, bei der auch getanzt wurde.
1951 übernahm der Club das Neujahrwünschen und das Maibaumpflanzen, die Musiker bezahlte er von einer Umlage, die vorher
erhoben wurde, überschüssiges Geld sowie Zahlungen für Pfingstbäume und für Verlobungen gingen in die Club-Kasse. Dafür
mussten die Mitglieder keinen Beitrag mehr zahlen.
Die Folgen beschreibt Helmut Quell im Protokoll vom 29. 12. 1951: „Da sich ein fataler Mangel an Bargeld in der Kasse
bemerkbar macht, wegen fehlender Beitragsgelder, wurde beschlossen, bei jeder Versammlung von den anwesenden Mitgliedern à
Person 0,50 DM zu erheben, um den Umsatz an Branntwein zu steigern." Auch war man bemüht, die Mitglieder zu einer größeren
Beteiligung an den Versammlungen zu bewegen, er schreibt: „Um die nicht-anwesenden Mitglieder zu schädigen, wurde
anschließend noch ein Liter Schnaps zu 7,50 DM genehmigt!"
1954 schaffte der Schriftführer Johann Müller ein Protokollbuch an, damit war die Zeit der „Zettelwirtschaft" zu Ende, und
alle Club-Angelegenheiten werden seitdem schriftlich in einem Buch festgehalten. Aus den gewissenhaft geführten Protokollen
kennen wir viele interessante Einzelheiten aus dem Leben des Club „Jung", die schriftlich festgehalten wurden. So wissen
wir, dass 1955 zum ersten Mal mit einem Bus eine Himmelfahrtstour durchgeführt wurde.
In den Jahren 1963, 1965 und 1967 wurde dreimal mit sehr großem Erfolg und viel Spaß für die Teilnehmer ein Schlachtfest
veranstaltet. 1967 fand ein letzter erfolgreicher Vereinsball statt.
In den sechziger Jahren waren die Möglichkeiten der Freizeitgestaltung vielfältiger geworden, viele junge Leute besaßen
schon einen eigenen Wagen und die traditionellen Veranstaltungen des Clubs waren nicht mehr so attraktiv, so dass den
Mitgliedern für die Nichtteilnahme eine Strafe angedroht werden musste: „Jedes Mitglied ist verpflichtet, am
Maibaumpflanzen teilzunehmen oder es muss vorher einen Liter „Köm" bewilligen, andernfalls muss es damit rechnen, dass ein
„Quast" gepflanzt wird."
Auch für zu spätes Erscheinen beim Neujahrwünschen muss seither eine Strafe bezahlt werden. 1960 bereits schreibt Klaus
Wintjen: „Mitglieder, die später als 10.00 Uhr erscheinen, sollen eine Strafgebühr von 1,- DM zahlen. Die Umlage beträgt 1,-
DM." Die allgemeine Preissteigerung seitdem kommt auch in den Strafgeldern zum Ausdruck, 1970 mussten schon 5,- DM bei
Erscheinen nach 12.00 Uhr gezahlt werden und 1980 12,- DM, im Jahr 2000 mussten 25,- DM gezahlt werden. Heute beträgt die
allgemeine Umlage 8,- €, Mitglieder die erst ab 9.30 Uhr eintreffen zahlen insgesamt 11,- € und ab 11.30 Uhr muss immerhin
13,-€ gezahlt werden.
Auch der Preis für einen Pfingstbaum stieg von 1,- DM 1950 über 2,- DM 1963 und 5,- DM 1971 bis auf 7,- DM 1975. Im Jahr
1983 erhöhte sich der Baumpreis nochmals auf 8,- DM und im Jahr 1992 auf 10,- DM. Im Zuge der Euro-Umstellung wurde der
Baumpreis schließlich auf 5,- € festgelegt. Zu erwähnen ist, dass die Einnahmen bei den beiden Pflichtveranstaltungen heute
besonders für das Lagerfeuer, die Autoralley und den beiden Versammlungen benötigt werden.
In der ersten Hälfte der siebziger Jahre hatte der „Club Jung" einen neuen Aufschwung erlebt. An den Versammlungen
beteiligten sich wieder beinahe alle Mitglieder, ebenfalls viele Mädchen und das Veranstaltungsangebot wurde ständig
vergrößert. Zum Neujahrwünschen, Maibaumpflanzen und der Himmelfahrtstour kamen eine Fahrt zum Bremer Freimarkt, ein
Grillabend an einem Lagerfeuer und eine Ostseeschiffahrt hinzu.
1972 wurden die Mädchen für ein Jahr vollwertige Mitglieder des Club „Jung" mit allen Rechten und Pflichten. Auch das
Maibaumpflanzen wurde dahingehend geändert, dass die Mädchen mitgehen konnten. Klaus Wintjen protokolliert: „Das
Maibaumpflanzen soll in diesem Jahr nach einem neuen Modus durchgeführt werden, auch der Pfingstsonntag soll damit
einbezogen werden. Nach dem Schlagen werden die Bäume verteilt und anschließend gepflanzt, ohne dass die Mädchen den Baum
gleich bezahlen müssen. Das Kassieren und Begießen ist auf den Sonntag verlegt, dazu schließen sich die Mädchen dem Club
an." Diese Regelung bewährte sich jedoch nicht, 2 Tage Maibaumpflanzen waren zu anstrengend, im folgenden Jahr wurde es
deshalb wieder nach dem alten Modus durchgeführt. Die Mädchen sind seitdem auch keine vollwertigen Mitglieder mehr, sie
sind gern gesehene Gäste auf unseren Veranstaltungen und können Vorschläge machen, doch sie haben kein Stimmrecht.
Seit Anfang der siebziger Jahre finden die Versammlungen regelmäßig am Gründonnerstag und am Tag vor Buß- und Bettag statt.
Nach Abschaffung des Buß- und Bettag als gesetzlichen Feiertag, findet die Jahreshauptversammlung am Tag vor dem 3. Oktober
statt. Dass an diesen Tagen kaum Tanzveranstaltungen stattfinden, hat dazu geführt, dass die Versammlungen besser besucht
werden. Der Tiefstand war am 1. 5. 1970 erreicht, damals erschienen ganze 17 Mitglieder zur Versammlung. Seither versucht
man, die Sitzungen interessanter zu machen. Seit 1974 gibt es regelmäßig ein Fass Freibier und es erscheinen auch wohl
deshalb bis heute immer über 30 Mitglieder.
Im Jahre 1977 wurde die alte Satzung des „Club Jung" erneuert. Schriftführer Enno Busch arbeitete neue Statuten aus, die das
Vereinsleben an die veränderten Zeiten anpassen, die Rechte und Pflichten der Mitglieder und des Vorstands festlegen und
den Sinn und Zweck des Vereins beschreiben.
1979 war folgender Vorstand im Amt: Vorsitzender Wilfried Busch, sein Stellvertreter Werner Buck, Schriftführer und
Kassenwart Enno Busch und als sein Stellvertreter Manfred Wintjen. Dieser Vorstand bildete zusammen mit Hinrich
Bardenhagen, Dieter Bardenhagen, Hinrich Wilkens und Heinz Martens den Jubiläumsfestausschuss zum 75-jährigen Bestehen des
„Club Jung“ im Jahre 1980.
Das Jubiläumsjahr 1980 war sicherlich eines der erfolgreichsten Jahre im Rückblick auf die Geschichte des „Club Jung“. Die
Feierlichkeiten zum 75-jährigen Jubiläum wurden mit dem „Oste-Mehe-Fußballturnier“ am 5. Oktober eingeleitet. Den Höhepunkt
des Tages bildete das Damenfußballspiel zwischen Hönau-Lindorf und Nieder Ochtenhausen. Der 2. Teil des Jubiläums fand vom
31. Oktober bis zum 2. November statt. Am Freitag den 31. Oktober wurde in der Halle am Schießstand ein Festabend
veranstaltet. Der Jubiläumsball wurde am Sonnabend mit der Kapelle Jonny Kröger im Gasthaus Quell gefeiert. Den Abschluss
der Jubiläumsfeiern bildete ein Katerfrühstück am Sonntagvormittag.
1980 wird erstmals ein Silvesterball vom Club gefeiert. Die Silvesterparty des „Club Jung“ nahm in den ersten Jahren einen
Besucherzuwachs, einige Jahre konnten weit über 100 Feierwillige gezählt werden. So das auf dieser Veranstaltung ein
ordentlicher Überschuss erzielt werden konnte. Die letzte Silvesterparty fand 2000 statt, leider ist die Teilnehmerzahl in
den letzten Jahren davor zu stark zurückgegangen und dementsprechend waren auch die finanziellen Verluste für den Club zu
hoch. So wurde im Jahr 2000 ein Defizit von 800,- DM erzielt.
Nach dem Jubiläumsjahr lief das Vereinsleben wieder in etwas ruhigeren Bahnen. Was nicht heißen soll das nichts los war. Die
Vatertagsfahrt wurde ab 1981 für einige Jahre als Fahrradtour organisiert. Mit viel Einsatz der Organisatoren wurden die
Touren vorbereitet. So wurde 1983 zum Mittagessen ein Picknick im Wald veranstaltet und abends wurde an der Oste gegrillt.
Auf der Versammlung des „Club Jung“ im April 1982 wird über den erfolgreichen Dorfabend im November des vergangenen Jahres
berichtet. An diesem Abend melden sich zahlreiche Versammlungsteilnehmer zur Bildung einer Theatergruppe.
Um die Kosten für die Busfahrt zum Freimarkt in Bremen für den Club zu verringern wurden 1984 erstmals auch Auswärtige
mitgenommen. Diese Regelung hat sich gut bewährt, bis zum heutigen Tag können sich auch Nichtmitglieder anmelden. Die Fahrt
zum Bremer Freimarkt zählt heute zu den beliebtesten des Clubs und hat seinen festen Platz im Veranstaltungsjahr.
1985 wird unter dem Vorsitzenden Jan Knabbe erstmals eine Autorallye durchgeführt. Die Autorallye war von Anfang an eine
erfolgreiche Veranstaltung. 1985 wurde erstmals diese Veranstaltung organisiert. Viele waren doch neugierig und wollten mal
etwas Neues ausprobieren, so war dann auch eine sehr gute Beteiligung zu verzeichnen. Beim abschließenden Grillen am Abend
konnte jeder seine Abenteuer bei Bier und Bratwurst zum Besten geben. Es wurde viel gelacht. Seither gehört die Autoralley
zum festen Programmpunkt im Veranstaltungskalender des Club Jung.
Nach mehrjähriger Pause wurde 1985 wieder ein Lagerfeuer vom Club ausgerichtet. Den ganzen Tag regnete es, aber als es am
Abend losgehen sollte hatte Petrus ein Einsehen, der Regen hörte auf. Auch das Spanferkel konnte trotz schwierigster
Wegverhältnisse noch bis zur Köppens Sandkuhle im „Tannenkamp“ geliefert werden. Inzwischen wird der Sonnenwendplatz für
diese alle zwei Jahre stattfindende Veranstaltung genutzt.
1989 bekommen die Gastwirte erstmals einen Pfingstbaum mit einer gebundenen Krone aufgestellt. Zum Binden der Kronen treffen
sich die Mädchen des Ortes am Freitagabend. Die Vorstandmitglieder sorgen dafür, dass genügend Tannengrün vorhanden ist.
Das Mindestalter für den Eintritt in den Club wird 1993 um 1Jahr herabgesetzt, d. h. Mitglied kann werden, wer mindestens
das 15. Lebensjahr vollendet hat. Auf der Jahreshauptversammlung 1994 überreicht Birgit Martins dem Vorsitzenden Stefan
Imbusch einen Wimpel mit den Wappen des Vereins. Auf dieser Versammlung wird ebenfalls ein Festausschuss für das 90-jährige
Jubiläum im nächsten Jahr gebildet.
1995 wurde schließlich das 90-jährige Bestehen mit einem Festball und einem Frühschoppen gefeiert. Auf dem abendlichen Ball
und beim Frühschoppen konnte man sehen, das der „Club Jung“ einen festen Stellenwert im dörflichen Leben in Nieder
Ochtenhausen hat. Beide Veranstaltungen wurden von den Einwohnern mit einem sehr guten Besuch belohnt. Viele ehemalige
Mitglieder haben besonders auf dem Frühschoppen am Sonntag in Erinnerungen aus vergangenen „Club Jung“ -Tagen geschwelgt.
So manche Anekdote wurde zum Besten gegeben und aus dem Frühschoppen ist dann ein Spätschoppen geworden.
1997 wird das Probejahr für neue Mitglieder eingeführt. Es soll dazu dienen, dass sich die neuen Mitglieder dem Club
anpassen und sich bei den Veranstaltungen aktiv beteiligen. So kann auf Versammlungsbeschluss der Betreffende auch vom
„Club Jung“ ausgeschlossen werden. Der Vorsitzende Heiko Breuer kann auf der Versammlung die erfreuliche Mitteilung machen,
dass der „Club Jung“ mit Jörg Spreckels einen neuen Akkordeonspieler hat. Mit Sascha Kühlcke bildet er inzwischen zum
Neujahrwünschen ein richtiges „Musik-Duo“.
Der langjährige Kassenwart Dieter Müller gibt auf der Jahreshauptversammlung 2002 bekannt, dass im Zuge der Euro-Umstellung
die Aufnahmegebühr auf 5,-€ erhöht wird. Der alte Betrag in Höhe von 5,- DM hatte 28 Jahre bestand. Zu dem wird auf der
Jahreshauptversammlung am 2. Oktober 2002 ein Festausschuss gebildet, der zusammen mit dem Vorstand das Festprogramm für
das 100-jährige Jubiläum im Jahr 2005 ausarbeiten soll.
Der „Club Jung“ ist fest im Dorf- und Vereinsleben integriert und beteiligt sich so z.B. seit vielen Jahren am
Weihnachtsmarkt und an der Kranzniederlegung am Volkstrauertag. In den vergangenen Jahren war es sicher nicht immer einfach
alle Mitglieder zufrieden zu stellen und die verschiedenen Interessen auf einen Nenner zu bringen. Aber auch wenn sich
Differenzen nicht um jeden Preis vermeiden lassen, so haben sich doch immer Jugendliche aus unserem Ort gefunden, die sich
für den „Club Jung“ einsetzen. Denn eine Gemeinschaft bezieht ihre Lebensqualität vor allen Dingen aus gelebten Traditionen.
Diese Aufgabe erfüllen zu einem großen Teil die örtlichen Vereine. Diese Traditionen lebendig zu erhalten erfordert
gleichzeitig ein Anpassen an die heutigen Lebensumstände. Dass dieses dem „Club Jung“ gelungen ist, kann man unter anderem
auch daran sehen, dass in den 100 Jahren seines Bestehens nahezu alle Männer aus allen Altersgruppen in Nieder Ochtenhausen
dazugehört haben.
Das sich die Jugend in der heutigen Zeit für ihre Gemeinschaft einsetzt ist längst nicht mehr überall selbstverständlich.
Der „Club Jung“ ist in seinem Jubiläumsjahr so aktiv wie zuvor. Neue Veranstaltungen werden angeboten oder ersetzen weniger
attraktive Angebote. Das alles gibt Hoffnung das der „Club Jung“ auch in Zukunft ein fester Bestandteil im Vereinsleben in
Nieder Ochtenhausen bleibt. Wie man sieht ist der „Club Jung“ auch in seinem hundertsten Jahr ein lebendiger Verein, eben
jung geblieben. Allein in diesem Jahr richtet der Club 10 Veranstaltungen aus. Aus dieser Sicht heraus können die
Einwohner von Nieder Ochtenhausen zusammen mit ihrem zweitältesten Verein mit Genugtuung 100 Jahre „Club Jung“ feiern.
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